Brauche ich eine Zahnspange?

Wann Zahnspange nötig?

Zahnspange begleitet viele durch Jugend

Die Zahnspange begleitet eine Vielzahl von Menschen durch ihre Jugend, obwohl die meisten während dieser Zeit vermutlich gerne darauf verzichtet hätten. Rückblickend sind allerdings viele froh, dass bei ihnen eine Zahnspange eingesetzt wurde um Zahnfehlstellungen zu korrigieren – kein anderes Mittel hilft besser um schief stehende Zähne zu begradigen. Doch bei welchen Symptomen sollte eine Zahnspange verschrieben werden und welche ist die Richtige?

Warum Zahnspange verschreiben?

Es gibt verschiedene Gründe und Symptome, die für das Einsetzen einer Zahnspange sprechen. Zum einen sind schief stehende Zähne schwieriger zu reinigen als Zähne ohne Fehlstellung, da diese keine einheitliche Front bilden. In Folge sind die Zähne durch die weniger gute Entfernung von Plaque anfälliger für Krankheiten wie etwa Karies. Oft leiden Menschen mit Zahnfehlstellungen auch unter Sprachfehlern – häufig haben sie Probleme bei der Aussprache von S-, T- oder Z-Lauten. Eine Begradigung der Zähne durch eine Zahnspange kann dabei helfen, die entsprechenden Laute leichter auszusprechen.

Weitere Symptome, die für die Verschreibung einer Zahnspange sprechen, sind durch Zahnfehlstellungen resultierende Schmerzen. Menschen mit entsprechend falsch liegenden Zähnen können Probleme beim Kauen aber auch mit einer eingeschränkten Beweglichkeit und Verspannungen zu kämpfen haben. Daraus können Schmerzen resultieren, die sich häufig nicht nur auf den Zahn- und Kieferbereich begrenzen, sondern auch auf Kopf, Nacken und Hals ausstrahlen können. Eine Zahnspange, die eine schwerwiegende Zahnfehlstellung behebt, kann die Lebensqualität des Trägers so immens steigern.

Schließlich kann eine Zahnspange natürlich auch ästhetische Gründe haben. Neben weißen Zähnen gehört heutzutage auch eine gerade Zahnfront zu unserem Schönheitsideal. Viele Zahnfehlstellungen können von außen sichtbar sein – ob dies ein Grund für eine Zahnspange oder eher ein Alleinstellungsmerkmal sein kann, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ab wann Zahnspange sinnvoll?

Eine Zahnspange macht vor allem Sinn, wenn eine der oben genannten Probleme auftritt und die Lebensqualität einschränkt oder in der Zukunft einschränken kann. Die meisten Zahnärzte raten heutzutage zum Einsetzen einer Spange ab einem Alter von 8 bis 12 Jahren, wenn eine entsprechende Zahnfehlstellung vorliegt. So wird einerseits auf das Ausfallen der Milchzähne gewartet und andererseits früh genug mit der Formung des Zahnapparats begonnen, um weiteren Fehlstellungen vorzubeugen. In der Regel tragen Krankenkassen 80% bis 90% der Kosten einer Zahnspange, die je nach Zahnfehlstellung insgesamt zwischen 4000 € und 7000 € kosten kann.

Verschiedene Zahnfehlstellungen

In der Zahnmedizin unterscheidet man zwischen vielen verschiedenen Zahnfehlstellungen, je nach dem in welcher Form die Stellung der Zähne von der Norm abweicht. Die häufigsten Fehlstellungen sind die folgenden:

  • Überbiss: Obere Schneidezähne stehen weit vor unteren Schneidezähne weil Oberkiefer stärker als Unterkiefer wächst – Entstehung häufig durch Daumenlutschen
  • Unterbiss: Unterkiefer ist verkürzt so dass untere Frontzähne of in den (oberen) Gaumen beißen oder Oberkiefer steht zu weit hinten so dass untere und obere Frontzähne aufeinander beißen
  • Tiefbiss: Obere Frontzähne können beim Beißen die unteren Frontzähne abdecken, so dass diese nicht mehr sichtbar sind; Frontzähne beißen eventuell in den Gaumen
  • Offener Biss: Obere und untere Zahnreihe liegen trotz geschlossenem Biss auseinander und zeigen eine ovale Lücke; häufig durch Daumenlutschen
  • Kreuzbiss: Zähne des Unterkiefers liegen seitlich über den Zähnen des Oberkiefers
  • Diastema: Große Lücke zwischen Frontzähnen, häufig im Oberkiefer

Unterschiedliche Zahnspangen möglich

Je nach Zahnfehlstellung, Zustand und Alter des Patienten werden unterschiedliche Zahnspangen vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden verschrieben. Eine grundlegende Unterscheidung ist die zwischen losen und festen Zahnspangen. Lose Zahnspangen sind aus Edelstahldraht und Kunststoff und werden am Ober- oder Unterkiefer festgeklemmt. Ihr Vorteil ist, dass man Sie leicht einsetzen und wieder herausnehmen kann. Lose Spangen helfen allerdings nicht bei jeder Art von Zahnfehlstellung – häufig wird zuerst eine lose und anschließend eine feste Zahnspange eingesetzt.

Feste Spangen müssen vom Zahnarzt oder Kieferorthopäden eingesetzt werden und können vom Patienten nicht eigenständig herausgenommen werden. Typischerweise sitzt bei festen Spangen auf jedem Zahn ein so genanntes Bracket, welches dabei hilft den Zahn samt Wurzel in die korrekte Position zu drücken. Die Brackets sind wiederum mit einem Draht verbunden der während der Einsetz- und Kontrolltermine erneuert und entsprechend der Zahnfehlstellung eingestellt wird.

Habt Ihr eine Zahnspange und könnt darüber berichten? Wir erfahren eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren!

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